Michelau in Hessen

„Das ist nicht unsere Michelau“ - Stadtteil wehrt sich gegen Beschimpfungen (Pressemitteilung)


angesichts des Zerrbildes, das überregionale Medien von dem Stadtteil gezeichnet
haben. Auch ihn hatten die ersten Meldungen von mehr als 30 Prozent für die NPD
erschreckt. Doch auch das vorläufige Endergebnis von 19,5 Prozent sei nur die
halbe Wahrheit, rechnet er vor.
„Tatsächlich haben etwa 30 Dorfbewohner die NPD gewählt“, räumt er ein. Der
weitaus größte Teil habe dagegen für demokratische Parteien gestimmt. Die
Wahlbeteiligung, die auf der Michelau unter dem Durchschnitt lag, verzerre das
Ergebnis zugunsten der NPD zusätzlich.
Allerdings möchte Gerlach das Ergebnis nicht beschönigen. „Schon fünf Prozent
NPD-Wähler wären ein Alarmsignal“, erklärt er. „Offenbar hat die Politik hier eine
Entwicklung, die sich bereits bei der Bürgermeisterwahl abzeichnete, nicht ernst
genug genommen.“
Weil ihm, wie auch dem Ortsbeirat die Erklärungen fehlen, warum knapp 30
Michelauer ihre Stimmen der rechtsextremen Partei bei der Kommunalwahl gaben,
hofft er, dass es möglich ist, mit den entsprechenden Wählern ins Gespräch zu
kommen. In der Vergangenheit hatte sich der Ortsbeirat immer bemüht, die Probleme
vor Ort mit Stadtverordnetenversammlung und Magistrat zu lösen. Das könnte nun
aber mit 4 NPD Abgeordneten und neuen Mehrheiten schwieriger werden.
„Ich bin überzeugt, dass das keine hartnäckigen Rechtsextremen sind, sondern
Bürger, die sich von der Politik enttäuscht sehen und die die richtigen Antworten und
Lösungen besonders aus Berlin vermissen“, vermutet der Ortsvorsteher. Er räumt
aber auch auch Fehler in der Büdinger Politik ein, z.B. wie bei der Diskussion über
Windenergie Kritiker zu diffamieren. In diesem Fall wurde die sehr gut besuchte
Informationsveranstaltung im Bürgerhaus im Nachhinein von Büdinger
Kommunalpolitikern als Hexenjagd bezeichnet. „So darf man nicht mit ehrenamtlich
tätigen Bürgern umgehen, die sich für den Erhalt ihrer Heimat einsetzen“, kritisiert
Gerlach.. Gleichwohl werde inzwischen aber der durch die demokratischen Parteien
verabschiedete Kompromiss in Michelau akzeptiert. Dazu wäre es ohne das
Engagement der Michelauer Bürger nicht gekommen.
„Wir müssen noch stärker als bisher sehen, was die Menschen bewegt, weil nicht alle
Bürger offenbar ihre Sorgen offen äußern, sondern an der Wahlurne Protest zeigen“,
erklärt Gerlach. Ausdrücklich wendet er sich aber gegen Verdächtigungen,
Verurteilungen oder Beschimpfungen einzelner oder des ganzen Dorfes. „Auch
Michelau hat seinen Anteil an der Tradition Büdingens“, stellt er fest. „Das zeigt nicht
zuletzt die langjährige lebendige Partnerschaft mit Petersdorf“ in Rumänien.Gerlach weist darauf hin, dass die NPD ihren Wahlkampf nur auf bundespolitische
Themen beschränkt habe. Kommunalpolitisch habe der bisher einzige
Stadtverordnete der Partei in zehn Jahren keine sinnvollen Beiträge geliefert.
Deshalb findet er das Wahlergebnis der Rechtsextremen gerade bei einer
Kommunalwahl besonders unverständlich. „Man sollte davon ausgehen, dass die
Personen gewählt werden, denen man am ehesten die Lösung kommunaler
Probleme zutraut“, erläutert der Ortsvorsteher. Das ist bisher in Michelau auch immer
ganz gut gelungen. „Die ehrenamtlichen Büdinger Politiker für Fehler der
Bundespolitik abzustrafen, schadet jedoch unserem Stadtteil erheblich.“

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